Rettungsversuche für 21 gesunde Robinien

Klimawandel der Dachauer Politik

Einfach und billig soll es sein

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Dieser Bericht stand am 1. Dezember 2010 in der Dachauer Rundschau und sollte wohl die Notwendigkeit der Fällung dieser Bäume kundtun.
Es ist schon sehr seltsam, wie zwei verschiedene Behörden, die über dieselbe Sache entscheiden sollen, mit derart unterschiedlichen Informationen ausgestattet werden.
Besonders wenn es um Entscheidungen geht, eine ganze Straße durch einen Totalkahlschlag ihres gesamten Erscheinungsbildes zu berauben.
Wir haben uns diese Straßenschäden angesehen und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es nicht nötig ist auch nur einen Baum zu fällen.
Es gäbe genügend Alternativen, die Straßenschäden zu beheben, weiteren vorzubeugen und gleichzeitig mehr Sicherheit für die Bewohner und Passanten dieser Straße zu gewähren, trotz dem Erhalt dieser wunderschönen Robinien.
Doch das hätte die Arbeit und Zeit einer genauen Recherche gefordert. Man hätte ein neutrales Gutachten einholen  müssen und unter verschiedenen Angeboten das kostengünstigste auswählen.
Doch unsere Stadtväter machen sich wohl nicht die Mühe wegen ein „paar Bäumen“.
Da ist so ein Radikal-Kahlschlag, vom „hauseigenen Gutachter“ empfohlen, wesentlich einfacher durchgeführt und ausserdem erspart er einem das Nachdenken.
Wir wissen  nicht, ob das die vorherrschende Moral in unserem Rathaus ist, aber wenn man sich die leichtfertige Art der Entscheidung über „sein oder nicht sein“ von 21 gesunden, ca. vierzig Jahre alten Robinien betrachtet, dann macht es durchaus den Anschein.
Wir ersparen es uns an dieser Stelle, diesen Anschein auf andere Gebiete zu übertragen.

Mittwoch, 12. Januar 2011

 

PRESSEMITTEILUNG

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse,
ich bitte Sie die folgende Pressemitteilung möglichst unverkürzt zu veröffentlichen.

Am Abend des 10. Januars 2011 wurde von Anwohnern der Gröbenzeller Straße die Polizei gerufen, weil ein paar vermeintlich "vermummte Gestalten" sich an den Bäumen zu schaffen machten.
Wir wollen Sie hiermit darüber informieren, wer diese Personen waren und was sie wollten.

Es handelte sich dabei um Leute der Bürgerinitiative Rettet die Bäume, die mit

dem Anbringen von kleinen Plakaten an einigen Bäumen darauf aufmerksam machen wollen, dass es nicht akzeptabel ist, 21 dieser gesunden Robinien radikal abzuholzen.
In der Hoffnung, dass sie noch nicht von Befürwortern der Fällung entfernt worden sind, bitten wir Sie, um eine persönliche Besichtigung des "Tatortes", damit Sie sich ein eigenes Bild von der Sachlage machen können.

Da dieses bereits nach Einbruch der Dunkelheit stattfand, könnte es so aussehen, als hätten wir eine "Nacht- und Nebel- Aktion" veranstaltet.
Um dieser Vermutung vorzubeugen, möchten wir erklären, dass es uns lieber gewesen wäre, wir hätten Tageslicht und wärmere Temperaturen zur Verfügung gehabt. Aber die meisten von uns gehen tagsüber einer geregelten Tätigkeit nach und wir mussten die kurze Zeit, die uns zwischen Feierabend und Ladenschluss zur Verfügung stand damit nutzen, Unterschriften-Listen in einigen Geschäften an der Münchener Straße auszulegen. – Diese Aktion hat das Ziel, eine demokratische Mehrheit für die Rettung der 21 Robinien in der Gröbenzeller Straße zu erhalten. Zu diesem Zweck laden wir auch herzlich ein, an unserem Treffen am

19. Januar 2011 um 19 Uhr
in der Pizzeria
La Dolce Vita
am Klagenfurter Platz teilzunehmen.

Nun zum Gesamtanliegen:
Unser Oberbürgermeister und die Mehrheit des Bauausschusses beschlossen, in Kürze die Abholzung von 21 Robinien in der Gröbenzeller Straße zu vollstrecken. Der Grund dafür, der uns zu Ohren kam, war die Beschwerde einiger Anwohner über die angehobenen Pflastersteine im Wurzelbereich mancher dieser Bäume. Dadurch sahen sie wohl eine Gefährdung der Fußgänger und eine Behinderung für Mütter mit Kinderwägen und ältere Passanten, die auf einen Rollator angewiesen sind. Auch soll im Herbst fallendes Laub für Verunreinigungen von Gärten und Dachrinnen der anliegenden Grundstücke und Häuser verantwortlich sein.
Das sind alles Gründe, die wir durchaus verstehen können und daher auch der Ansicht sind, dass hier Abhilfe geschaffen werden muss!
Wir haben uns darüber auch schon Gedanken gemacht und nach durchführbaren Lösungen gesucht, welche ausdiskutiert werden müssten.
Doch wir wollen es auch keinem Verantwortlichen vorweg nehmen, seine eigenen Ideen unterzubringen. Zumal diese Leute, im Gegensatz zu uns, mit Steuergeldern dafür bezahlt werden, vernünftige Entscheidungen zu treffen.



Wir zweifeln jedenfalls sehr stark an, dass ein Kahlschlag der gesamten Straße eine vernünftige Lösung ist.
Es ist vielleicht die Einfachste, aber nicht die einzig Machbare und schon garnicht, die Beste!

Uns fällt immer öfter auf, dass hier in Dachau sehr leichtfertig mit der Natur, insbesondere mit Bäumen umgegangen wird.
Es scheint schon fast eine sportliche Disziplin zu werden, Raubbau an unseren Dachauer Bäumen zu betreiben. – Und das kann es ja wohl nicht sein!

Wir stehen auch nicht dafür, dass Bäume über die Sicherheit von Menschen und Menschenleben gestellt werden sollen, aber wir wollen unsere Stadträte und die Herrschaften im Bauausschuss, sowie unseren Herrn Oberbürgermeister dazu bewegen, sich etwas mehr Gedanken darüber zu machen, ob es nicht naturfreundliche Alternativen gibt, bevor leichtfertige Entscheidungen zur Abholzung wertvoller Bäume getroffen werden.

Dachau ist – Dank sei unserem OB a.D. Herrn Dr. Lorenz Reitmeier – eine grüne Stadt und wir wollen, dass sie es auch bleibt.
Also bitte, liebe Stadtväter, denkt nicht nur an Euch und Euer Häuschen im Grünen, sondern auch an unsere Kinder, Enkelkinder und Urenkel; auch sie haben noch ein Recht auf gut gereinigte Luft durch ein grünes Dachau, auch wenn wir alle längst nicht mehr hier sind.

Danke!
Ihre Bürgerinitiative

Rettet die Bäume

i. A. Gerda A. Stempfl



Mittwoch, 12. Januar 2011

 

Folgender Bericht stand nach unserer Pressemitteilung vom 12.01.2011 in der Süddeutschen Zeitung:

Donnerstag, 13. Januar 2011

 

So reagierte der Münchener Merkur auf unsere Pressemitteilung:

Obwohl der Artikel nicht schlecht geschrieben ist, bemängeln wir, dass wichtige Details fehlen, wie z.B. ein Hinweis auf unsere Unterschriftenaktion; mit keinem Wort wurde sie erwähnt und schon garnicht, dass wir Listen hierzu in verschieden Geschäften ausgelegt hatten.
Ausserdem werden hierin die Leser nicht über die Einladung zu unserem Treffen informiert.
Auch finden wir nicht in Ordnung, dass der Ausdruck „vermummte Personen“ verwendet wurde, ohne entsprechende Erklärung, wie wir sie in unserer Pressemitteilung beigefügt hatten.
Es war unsererseits lediglich eine etwas selbstironische Darstellung, die den Ernst der Sache etwas hätte auflockern sollen.
Was es mit der „Vermummung“ auf sich hatte, war nur warme Kleidung, die uns vor der bitteren Kälte an besagtem Abend schützen sollte, die uns aber trotzdem erbarmungslos beutelte.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Samstag, 22. januar 2011

Nicht WIR haben verloren!

Verloren hätten wir, wenn wir in einer Auseinandersetzung mit den Anwohnern gewesen wären, aber wir sahen uns nie als ihre Gegner.
Wiederholt haben wir erklärt, dass uns sehr wohl daran gelegen ist, die Belange der Anwohner zu berücksichtigen.
Wir sind auch nach wie vor der Ansicht, wenn man den Anwohnern eine gute Alternative zur Fällung der Robinien geboten hätte, die ihre Probleme ohne Fällung der Bäume beseitigt hätte, würden die Robinien noch stehen.
Zu annehmbaren Preisen, hatten wir machbare Vorschläge bereits vorbereitet, aber man hatte uns nicht nur die nötige Zeit zur konkreten Ausarbeitung genommen, indem man die Fällungen dem sowieso schon knapp geplanten Termin auch noch vorzog, man war auch absolut nicht an Alternativen interessiert, die im Sinne der Bäume und somit im Sinne der Natur gewesen wären.
Es wurde uns jede Kommunikation verweigert und daher können wir nur mutmaßen, ob nicht irgendwelche unlauteren Interessen hinter den Fällungen der 21 Robinien in der Gröbenzeller steckten.
Somit haben nicht wir verloren, sondern all diejenigen, die dort wohnen und keinen Garten mit Bäumen ihr Eigen nennen dürfen, sondern nur die Straßenbäume hatten, die ihnen angenehmen Schatten spendeten, wenn heiss die Sommersonne auf sie herunter brannte.
Verloren haben auch die Kinder dort, die nun in einer tristen, tot wirkenden Straße, aufwachsen müssen.
Verloren hat die Natur, die weitere 21 Sauerstoffspender einbüßen musste.
Verloren haben auch alle diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen auf gute Luft angewiesen sind.
Es gibt viele Verlierer, aber auch die, die sich nun als Gewinner sehen, haben verloren, wenn sie es auch erst dann spüren werden, nachdem unerklärliche Krankheiten ihr Leben einschränken, denn auch sie brauchen Sauerstoff und die Natur.
Wenn beides immer mehr zerstört wird, dann wird auch irgendwann die Gesundheit aller darunter leiden.
Ein Spiel, das zu spielen sich nicht lohnt, da es nur Verlierer und keine Gewinner gibt.

Wissen was andere wollen, ohne sie anzuhören...

Am Samstag, den 22. Januar 2011

konnte man folgende Überschrift lesen:

Gemischte Gefühle

Die Anwohner in Dachaus Gröbenzeller Straße sind froh, dass die 21 Robinien weg sind – die Gegner der Fällung protestieren

Es ist schon verwunderlich, wie man mit Gewissheit sagen kann, dass unsere Alternativen nicht bezahlbar gewesen wären, ohne unsere Alternativen zu kennen.
Wie Herr Simon gegenüber der Süddeutschen Zeitung zugibt, hat er mit uns nie gesprochen.
Vermutlich drangen von irgendwo her einige zusammenhanglose Begriffe unserer ersten, noch sehr überarbeitungsbedürftigen Vorschläge an sein Ohr, wonach er sehr vorschnell geurteilt hat.


Wie gut wollen Baumgegner einen Gutachter kennen?


Bei einem unabhängigen Gutachter ist es nicht zwingend notwendig, ihn zu kennen.
Deshalb dürfte das kein Argument sein, ihn abzulehnen.
Die Aufgabe eines „unabhängigen Gutachters“ ist es, ein objektives Gutachten abzugeben, ohne sich subjektiv von einer der beteiligten Parteien beeinflussen zu lassen.
Während Herr Simon Wert darauf legt, Gutachter zu kennen, legen wir Wert darauf, uns nach Möglichkeit an vereidigte  Gutachter zu wenden, deren Gutachten wirklich unabhängig sind.

Samstag, 22. Januar 2011

Wir wissen nicht, welche Alternativen offiziell untersucht wurden, aber unsere Alternativ-Vorschläge wurden nicht angehört. Sie hätten keine 340 000 Euro gekostet.

 

Wieder einmal kann man davon ausgehen, dass nicht die Vernunft der Ratgeber war, sondern einfach nur der Wunsch, seinen Kopf durchzusetzen.

 

Eine Machenschaft, die in Kindergärten schon lästig, aber verständlich ist.

In der Stadtverwaltung aber untragbar!