Park am Dachauer Bahnhof

Zwischen Postgebäude und Bahnhofsplatz

Im November 2013 rief ein Dachauer Bürger bei uns an und meldete voller Entsetzen, dass man am Bahnhof Bäume fällt und wir sollen doch etwas dagegen tun.

Daraufhin setzten wir uns mit der Stadtgärtnerei in Verbindung und brachten in Erfahrung, dass die beiden kleinen Bäume direkt an der Straße weg mussten, weil sie krank gewesen wären. Um welche Krankheit es sich gehandelt haben soll,

konnte oder wollte man uns nicht mitteilen.

Über den großen Baum dahinter gab es keine klare Auskunft, warum dieser seiner Äste beraubt wurde und dann nur noch als großer Stumpf dastand.

Des weiteren wurde uns auch versichert, dass für keinen der großen Bäume eine Genehmigung zu Fällung erteilt werden würde und auch keine weiteren Fällungen geplant seien, obwohl ein Investor an Fällungen interessiert wäre, da sie einer Zufahrt zur künftigen Kinderkrippe im hinteren Bereich des Geländes, im Wege stünden.

Wobei es für uns alleine schon ein Irrsinn wäre, in diese gefährliche Kurve eine Einfahrt zu einer Kinderkrippe auch nur zu erwähnen.

Am Freitag, den 21. Februar 2014 kam ich zufällig am Bahnhof vorbei und

entdeckte das weitere Schlamassel:

Der große Baumstumpf lag als zerstückeltes Holz am Boden.

Besonders irritierten mich die immer noch bestehenden, roten Markierungen an den anderen Bäumen und niemand konnte mir sagen, was diese zu bedeuten haben.

Also ging ich davon aus, da auch der gefällte Baum mit dieser Markierung versehen war, dass so kurz vor dem 1. März der Park noch niedergemetzelt werden soll und schrieb an die Presse folgenden öffentlichen Protestbrief:

Öffentlicher Protestbrief gegen die Fällung der Bäume am Bahnhofs-Park und der Informationslücke darüber!

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

 

zufällig führte mich mein Weg heute von der Münchnerstraße her kommend, am Dachauer Bahnhof vorbei und zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass im kleinen Park zwischen Postgebäude 

und Bahnhof, das große Baumfällen nun doch statt findet!


Als im November 2013 die ersten beiden kleineren Bäume, direkt an der Straße gefällt wurden und einer, der großen Bäume bis zur Unkenntlichkeit zugestutzt wurde, erzählte man uns, die beiden kleinen Bäume wären krank gewesen und für den großen Baum hatte man keine aussagekräftige Erklärung.


Jedoch würden die roten Markierungen an weiteren großen, alten Bäumen nur jene kennzeichnen, die einer näheren „Gesundheits-“ Untersuchung unterzogen werden sollen.

Für eine Fällung würde auf keinen Fall eine Genehmigung erteilt werden.

Wobei vage etwas von einem Investor die Rede war, der an einer Fällung interessiert wäre, da sie einer geplanten Zufahrt zur künftigen Kinderkrippe auf dem hinteren Grundstück, im Wege stehen würden.

Nur so nebenbei erwähnt, bestünde auch von der anderen Seite des Bebauungsgrundstücks eine, weitaus weniger gefährliche Zufahrtsmöglichkeit zur Kindergrippe.

 

Was wir zu sehen bekommen und was man uns erzählt, klafft derart weiträumig auseinander, dass man von keiner „Vermutung“ mehr sprechen kann, wenn wir uns belogen fühlen!

 

Und bei all dem vermissen wir den objektiven Journalismus der Presse.

Zwar wurden einige Demonstranten fotografiert und auch interviewt, als sie sich vor einiger Zeit zum Protest, gegen diese Fällungen vor Ort platzierten, jedoch war nirgends etwas Informatives zu diesen Fällungen zu lesen.

Da wir, wie bereits oben erwähnt, vermutlich keine ehrliche Antwort von der Stadt bekommen werden, bitte ich Sie hiermit im Namen der Bürgerinitiative Rettet die Bäume, bei den zuständigen, städtischen Behörden zu recherchieren was wirklich dahinter steckt und ob noch weitere Baumfällungen dort geplant sind.

Darüber sollte dann die Öffentlichkeit umgehend informiert werden.

 

Ebenso bitte ich Sie, über diesen Protestbrief zu berichten, wobei er auch unverändert gedruckt werden darf.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerda A. Stempfl

 

im Namen der Bürgerinitiative

 

Rettet die Bäume

 

Daraufhin rief mich Herr Erbersdobler von der Süddeutschen Zeitung an.

Mit ihm führte ich ein sehr angenehmes und langes Gespräch, in dem er mir erzählte, dass er auch Stadtbaurat Michael Simon angerufen hat.

Von ihm wollte er nicht nur wissen, ob weitere Fällungen geplant sind – was dieser verneinte, sondern er war ebenso wie wir daran interessiert, was die roten Markierungen an den bereits gefällten,

wie auch an noch stehenden Bäumen bedeuten sollten.

Aus welchem Grund auch immer, er bekam keine Antwort auf diese Frage.

Herr Simon schien sich generell nicht sonderlich

rechenschaftspflichtig gefühlt zu haben.

Das sehen wir aber ganz anders!

In einer Demokratie sollte auf jeden Fall eine Rechenschaftspflicht, sowie eine Informationspflicht gegenüber dem Steuerzahler bestehen – schließlich werden solche und andere öffentliche Aktionen von Steuergeldern bezahlt!

Am Dienstag, den 25. Februar 2014 erschien Herrn Erbersdoblers Artikel in der Süddeutschen Zeitung und ich habe ihm eine Anfrage geschickt, in der ich ihn um seine Zustimmung bat, diesen Artikel auf unsere Homepage zu setzen.

Bei einer positiven Antwort, wird an dieser Stelle

demnächst der Artikel zu lesen sein.

Nach aktuellstem Stand (04.03.2014) muss erst die Chefredaktion beraten,

ob sein Artikel weitergegeben werden darf.

Die Mail, die ich parallel an Herrn Tischer von "Stadtgrün" geschickt habe, unterliegt meinem Urheberrecht und kann daher sofort von mir veröffentlicht werden.

Leider habe ich heute – 3 Tage danach – immer noch keine Antwort darauf erhalten.

Sollte Herr Tischer doch noch auf meine Mail reagieren, werde ich sie selbstverständlich auch hier veröffentlichen.

Sehr geehrter Herr Tischer,
 
am Freitag musste ich mit Entsetzen feststellen, dass in dem kleinen Park zwischen dem alten Postgebäude und dem Dachauer Bahnhof, die Fällungen, welche im vergangenen Herbst begonnen hatten, nun mit einem weiteren Baum fortgesetzt wurden.
 
Dieser, bereits damals zur Unkenntlichkeit zugestutzte Baum, war markiert mit einem roten Punkt am unteren Stamm.
 
In diesem Park stehen weitere Bäume, mit der gleichen Markierung.
 
Soll das bedeuten, dass diese Bäume auch gefällt werden sollen und somit eine weitere der wenigen, kleinen Lungen unseres Stadtkerns vernichtet werden soll?
 
Dass diese Bäume alle irreparabel krank sein sollen, glaube ich nicht!
 
Deshalb meine Fragen an Sie:
 
Wurde ein Antrag zur Fällung dieser Bäume gestellt?
 
Wenn ja, von wem und wurde dieser Antrag genehmigt?
 
Wenn er genehmigt wurde, wann war das und warum wurde er genehmigt?
 
Mir kam zu Ohren, dass die Bäume einer Zufahrt zu einer geplanten Kinderkrippe weichen sollen.
 
Handelt es sich dabei um ein Gerücht, oder sind meine Informationen richtig?
 
Wenn ja, ist es nicht sehr gefährlich, in dieser Kurve eine Zufahrt zu einer Kinderkrippe zu planen?
 
Mir scheint es wesentlich sicherer und auch umweltfreundlicher, die Zufahrt auf der anderen Seite des Grundstücks zu planen und den kleinen Park mit seinen großen alten Bäumen zu erhalten?
 
Über eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr verbunden und verbleibe,
 
mit freundlichen Grüßen
 
Gerda A. Stempfl
 
i.A.
 
der Bürgerinitiative
 
Rettet die Bäume

Von Herrn Tischer persönlich bekam ich keine Antwort auf meine Mail.

Er leitete sie an Herr Simon vom Stadtbauamt weiter, welcher daraufhin mehrmals versucht hat, mich telefonisch zu erreichen.

Nach einigen gegenseitigen Fehlversuchen, konnten wir vorgestern, am Dienstag den 11. März 2014 zusammen sprechen.

 

Dass ich nicht an irreparable Krankheiten der Bäume glaube,

ließ er dahin gestellt.

 

Aber er versicherte mir, dass keine weiteren Baumfällungen im Park zwischen Postgebäude und Bahnhof geplant sind.

 

Es soll zwar eine Kinderkrippe im Gespräch, jedoch noch nicht beschlossen sein.

 

Nach seiner Aussage wurden auch keine Anträge zur Fällung der Bäume gestellt.

 

Was den gefällten Baum betrifft, so war dazu kein Antrag nötig, da dieser instabil gewesen sein soll und die Verkehrssicherheit daher nicht mehr gewährleistet war.

 

Zu den roten Markierungen an den Bäumen konnte er mir jedoch nichts sagen, da er deren Bedeutung nicht kennt.

 

Bis auf die Tatsache, dass Herr Simon wenig Zeit hatte, war es ein sehr angenehmes Gespräch, bei dem wir auch andere Baumfällungen und schreckliche Zuschnitte besprechen konnten.

Konkret nannte ich die Bäume an der Schillerstraße, gegenüber dem Altenheim als Beispiel und er bot mir an, darüber etwas ausfindig zu machen, wenn ich ihm Bilder und die genaue Adresse des Standortes zukommen lasse.

 

Heute war ich mit der Kamera unterwegs und habe dabei noch so manches entdeckt, was ich Herrn Simon in einer Mail mitgeteilt habe.

 

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