Richtigstellung verdrehter Tatsachen

Freitag, 25. Februar 2011

Unsere Informationsveranstaltung am vergangenen Dienstag war ein wunderschönes Ereignis.
Herr Bernhard Fricke, erfolgreicher Anwalt in München und Gründer der Menschen-, Natur- und Tierrechtsorganisation „DAVID GEGEN GOLIATH“, hat einen sehr lehrreichen und interessanten Vortrag zu unserem Thema „Die Wichtigkeit der Bäume in der Stadt“ gehalten und über seine Erfahrungen im Baum- und Naturschutz berichtet.
Wir luden die Presse zu dieser Veranstaltung ein, weil wir wollten, dass über diesen wunderbaren Mann und seine Ansichten zu Bäumen berichtet wird, um unsere Bevölkerung einwenig wach zu rütteln, was uns und unserer Gesundheit angetan wird, wenn wir mit dem Raubbau in Dachau so weiter machen, wie es unsere Stadtväter bereits begonnen haben.

Doch das eigentliche Thema interessierte den Journalisten nicht. Ihm ging es vorrangig darum, den Moderator Herrn Professor Dr. Bernhard Lauth und Frau Elisabeth Schilhabel durch den Kakao zu ziehen, indem er ihnen die Worte im Mund umgedreht und aus dem Zusammenhang gerissen hat.

Jeder Schüler hätte dafür eine glatte 6 wegen Themaverfehlung bekommen, weil er ausserdem das eigentliche Thema nicht einmal ansatzweise berührte, statt dessen nur alte, bereits mehrfach erschiene Kamellen wieder aufgewärmt hat.

Da also der Artikel selbst jegliche Sachlichkeit zum eigentlichen Thema vermissen lässt, sparen wir uns an dieser Stelle dessen Veröffentlichung.
Selbiges gilt auch für den Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Mit nun folgenden Worten fordert Frau Schilhabel den Journalisten des Münchner Merkurs dazu auf, seine Berichterstattung richtig zu stellen.

Sehr geehrter Herr Göttler,
unter der Überschrift „Schilhabel vergleicht Baumfällen mit NS-Zeit“ haben Sie über die Veranstaltung der BI „Rettet die Bäume“ berichtet und mir vorgeworfen, ich hätte meine Stadtratskollegen mit „Schimpftiraden bis hin zu Verknüpfungen mit der NS-Zeit“ überzogen. Dazu möchte ich hier klarstellen, dass ich selbstverständlich nicht die Dachauer Baumfällungen mit der NS-Zeit verglichen habe. Vielmehr habe ich darauf hingewiesen, dass die globale Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen zu einer Bedrohung für die Zukunft der Menschheit und das Leben auf diesem Planeten geworden ist.
„Erst stirbt der Baum, dann stirbt der Mensch“ – diese Einsicht hatte Herr Fricke, der Gründer von „David gegen Goliath“ in den Mittelpunkt seines Vortrags gestellt und über die Bedeutung des Baums für das Leben und Überleben der Menschheit gesprochen. Ein ausgewachsener Baum produziert jede Stunde einen Kubikmeter Sauerstoff und er bindet die gleiche Menge an Kohlendioxid. Er filtert Staub und Abgase aus der Luft, er produziert Feuchtigkeit und verbessert das Mikroklima. Er ist Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Kleinstlebewesen. Die Wälder dieser Erde sind die sprichwörtliche „grüne Lunge“, ohne die wir alle keine Überlebenschance haben. Leider bedroht unsere Lebensweise die grüne Lunge dieser Erde auf vielfältige Weise – von den Treibhausgasen, die wir täglich erzeugen bis hin zur Zerstörung der letzten Urwälder für wirtschaftliche Zwecke.
Sie schreiben, dass wir auf die Präsentation von Fakten „weitgehend verzichtet“ hätten. Das ist nicht richtig: Wir haben mit Bildern und Wortbeiträgen auf die geplanten und/oder schon durchgeführten Baumfällungen der jüngsten Zeit in Dachau hingewiesen: auf die Platanen in der Ludwig-Ernst-Straße (die der Bauausschuss fällen lassen wollte, und die wir durch eine Unterschriftenaktion retten konnten), auf die Pappel an der Ecke Josef Seliger-/ Ludwig-Ernst-Straße, die von der Stadtbau GmbH gefällt wurde, auf die 21 Robinien an der Gröbenzeller Straße, die von der Stadt gefällt worden sind, obwohl es durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, diese Bäume zu erhalten, und auf die beiden Robinien an der Burgfriedenstraße, die zum Präzedenzfall für hunderte weitere Altstadtbäume werden könnten. Wir haben hingewiesen auf die Pläne und Äußerungen des Oberbürgermeisters, der sich offenbar eine baumfreie Altstadt nach italienischem Vorbild wünscht.
Sie kritisieren die mehrfach an diesem Abend von uns genannte Zahl von 8.000 Straßenbäumen in Dachau und zitieren den Stadtgärtner, Herrn Eisele, wonach es außerdem noch eine unbekannte Anzahl von Bäumen im Stadtwald, auf dem Friedhof und in den Privatgärten gibt („50.000 plus X“). Tatsächlich haben wir nie etwas anderes behauptet. Die Diskussion bezog sich exakt auf die – ebenfalls von Herrn Eisele – angegebene Anzahl von 8.000 Straßenbäumen, denn diese Bäume sind es ja, die von den zuletzt durchgeführten und noch bevorstehenden Fällungen betroffen und bedroht sind.
Sie werfen mir vor, dass ich meine Stadtratskollegen als „dumm“ bezeichnet habe. Auch hier haben Sie meine Äußerungen völlig aus dem Kontext gerissen. Wer heute – angesichts der globalen Herausforderungen und Bedrohungen durch den fortschreitenden Klimawandel – noch immer nicht die Bedeutung der Bäume und die Notwendigkeit für einen konsequenten Schutz der Bäume erkannt hat oder erkennen will, der ist in der Tat dumm – oder er stellt sich dumm, weil ihm die langfristigen Folgen des eigenen politischen Handelns für Natur und Umwelt gleichgültig sind.
Sie schreiben ferner, dass ich und einige meiner Mitstreiter „nicht zwingend“ den Eindruck erweckt hätten, dass „Höflichkeit und Respekt ganz oben auf der Agenda der BI“ stünden und beziehen sich dabei auf die Äußerung von Herrn Lauth, dass er auf die Anwesenheit von Herrn Forster von den Freien Wählern und Herrn Stelzer von der FDP gern hätte verzichten können. Diese Äußerung war zweifellos polemisch gemeint, sollte aber darauf hinweisen, dass Herr Stelzer und Herr Forster sicher nicht gekommen waren, um unsere Anliegen zu unterstützen. Ganz im Gegenteil: Nach meinem Kenntnisstand hat es keinen einzigen Antrag auf Baumfällungen in der jüngeren Vergangenheit gegeben, dem Herr Forster und die Freien Wähler nicht zugestimmt hätten. Gerade Herr Forster hat im Stadtrat die Parole „Mensch geht vor Baum“ ausgegeben und damit eine Art Freifahrschein für Baumfällungen aller Art ausgestellt.
Selbstverständlich distanzieren wir uns von den Äußerungen eines Zuhörers im Publikum, der unseren Gastredner gefragt hatte, wie man am besten mit dem Bedürfnis umgehen sollte, „einem Stadtrat und Oberbürgermeister eine aufs Maul zu hauen“. Wir wollen – genau wie Frau Haimerl es gesagt hat – in der Sache hart kämpfen ohne irgendjemand persönlich zu beleidigen. Dabei muss freilich auch Kritik am Stadtrat und am Oberbürgermeister erlaubt sein. Ich
denke, dass Sie mit Ihrem einseitigen, polemischen und unsachlichen Artikel über unsere Veranstaltung dem eigentlichen Anliegen unserer Bürgerinitiative nicht gerecht geworden sind.