Fragen an Herrn Simon zu gefällten Bäumen

Begonnen hat es mit einem Protestbrief an die Presse, bezüglich der Baumfällungen im Park zwischen Postgebäude und Bahnhof.

Parallel dazu schrieb ich an Herrn Tischer von Stadtgrün eine Mail mit einigen Fragen dazu.

Diese Mail landete auf Herrn Simons Schreibtisch im Stadtbauamt, der mich daraufhin anrief.

Bei diesem Telefonat sprach ich auch andere Baumfällungen an und erwähnte dabei ein konkretes Beispiel, über das er mir Auskünfte erteilen wollte, wenn ich ihm Fotos davon schicke und den genauen Standort mitteile.

Bei meiner Fototour stellte ich jedoch fest, dass diese Bäume auf einem Privatgrundstück stehen und daher nicht in Herrn Simons Zuständigkeitsbereich fallen.

Aber ich fand noch eine Menge anderer Bäume, deren Fällung oder extremer Zuschnitt mit Fragen behaftet sind.

Diese fasste ich in einer Mail zusammen und schickte sie an Herrn Simon.

Sehr geehrter Herr Simon,
wie vorgestern telefonisch besprochen, war ich heute unterwegs, um die zugestutzten Bäume an der Schillerstraße zu fotografieren. Dabei musste ich feststellen, dass sich diese auf dem Privatgrundstück der Herzog-Albrecht-Straße 43 befinden.
Wenn auch keine Vögel mehr in den Kronen dieser Bäume brüten werden, so ist es dennoch sehr wahrscheinlich, dass im Efeu Nistplätze sein werden. Daher darf auf keinen Fall eine Sondergenehmigung zur Fällung innerhalb der Schonzeit erteilt werden, sollte diese beantragt werden.
Aber ähnliche Anblicke bieten sich auch anderenorts:
Das Grundstück an der Krimhildenstraße, auf dem diese Baumstümpfe stehen, gehört nach meinem Verständnis bereits zum Amperwald – sicherlich nicht nur für mich ein Erholungswald, in dem es mir keinen Sinn macht, alte und schöne, schattenspendende Bäume zu fällen.
Da diese Bäume ihrer Krone entledigt wurden und mit einem roten Punkt markiert sind, drängt sich mir der Verdacht auf, dass sie demnächst auch gefällt werden sollen. Falls eine Fällung dieser Bäume geplant ist, was ist der Grund dafür?
Folgende Bilder entstanden gleich gegenüber, auf der anderen Seite der Erich-Ollenauer-Straße, am Amperweg zwischen Josef-Effner-Gymnasium und Amper, bereits im vergangenen Jahr. 
Fällungen und Zuschnitte, die für mich ebenfalls keinen Sinn machten.
Die nächsten zugestutzten, bzw. gefällten Bäume fand ich Ende Februar in der Josef-Seliger-Straße, zwischen Hausnummer 2 und 20:
Auch gegenüber der Mittelschule in Dachau-Ost, an der Anton-Günther-Straße, zugehörig der Ludwig-Ernst-Straße 13, war man nicht untätig und sägte zwei große Bäume ab:
Die Bäume an der Josef-Seliger-Straße, wie auch der Ludwig-Ernst-Straße befinden sich auf Grundstücken der Stadtbau GmbH Dachau.
Da diese, einst zu gemeinnützigen Zwecken von der Stadt Dachau gegründet wurde, könnte ich mir vorstellen, dass auch heute noch öffentliche Gelder dort hinein fließen. Daher müsste die Stadt Dachau u.a. bei Baumfällungen auf deren Grundstücken auch ein Mitspracherecht haben.
Oder liege ich mit meiner Vermutung falsch?
Eine weitere Rodung fand ich entlang des Amper-Ufers, an der Leobadstraße, etwa auf Höhe der gegenüberliegenden Seite der Ludwig-Dill-Straße 62.
Die Bilder habe ich vom anderen Ufer aus gemacht, daher sind die gefällten Bäume auch nicht sofort zu erkennen.
Da sich das tatsächliche Ausmaß auf Bildern sowieso nicht richtig ausdrücken lässt, ist es empfehlenswert, sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen.
Ein weiteres Beispiel bietet der grauenhafte Anblick des kahlen Schloß-Berges. Warum man diesen so abgeholzt und damit vielen Vögeln und anderen Kleintieren den Lebensraum genommen hat, ist mir ein großes Rätsel, zumal der grün bewachsene Hang stets eine Augenweide war.
Auch am Stadt-Bahnhof, auf dem Grundstück an der Freisinger Straße 55, bot sich mir ein trauriges Bild:
Was mich jedoch total entsetzt hat, war die Entdeckung der Fällungen an der Ludwig-Thoma-Straße, gegenüber des großen Parkplatzes.
Die frischen Holzspäne an den Stümpfen, verhärten sehr den Verdacht, dass diese Bäume erst in den letzten Tagen, also nach dem 1. März und somit bereits in der Schonzeit gefällt wurden.
Aus welchem Grunde mussten die Bäume weg?
Während ich diese Bilder geschossen habe, wurde ich von einem Motorsägen-Geräusch begleitet, das aus dem Dickicht am Hang, neben dem gelben Gebäude auf dem nächsten Foto drang.
Leider konnte ich das Geräusch nur hören, aber nicht sehen, was sich genau dahinter verbarg.
Wenn ich Sie jetzt auch mit einer Flut an Bildern überhäufe, so sind das nur ein paar Beispiele von Baumfällungen und schrecklichen Zuschnitten, die ich in der letzten Zeit beobachtet habe.
Ich könnte fast endlos fortfahren, aber ich denke das ist ausreichend, um Ihnen einwenig nahe zu bringen, warum wir uns um den Erhalt unseres Dachauer Baumbestandes Sorgen machen.
Bis auf die Bäume an der Ludwig-Thoma-Straße (von denen ich es nicht sicher weiss) wurden zwar alle hier erwähnten Beispiele ausserhalb der Schonzeit "bearbeitet", was aber nicht die Frage nach dem "Warum?" beantwortet.
Es wäre schön, wenn Sie diese Frage in Bezug auf die oben genannten Beispiele beantworten könnten, gegebenenfalls auch anhand von Fakten und einsehbaren, offiziellen Berichten und Dokumenten.
Da es sich hierbei um ein öffentliches Interesse handelt, möchte ich diese Mail auf unsere Homepage setzen und wäre deshalb über eine Antwort per Mail sehr dankbar.
In diesem Sinne verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
Gerda A. Stempfl
Die Bürgerinitiative
Rettet die Bäume

Noch bevor ich eine Antwort auf diese Mail erhalten habe, wurden mir Fällungen in der Thieman-Anlage in Dachau-Ost zugetragen, welche ich ebenfalls wieder fotografiert habe und per Mail, als PDF-Datei an Herrn Simon schickte.

Dachau, 16. März 2014

 

Sehr geehrter Herr Simon,

 

ich hoffe, Sie nicht zu sehr zu belästigen, aber nachdem wir u.a. über das Bundesnaturschutz-Gesetz gesprochen hatten, welches nach § 39 ein Fäll- und Schnittverbot zwischen dem 1. März und dem 30. September eines Jahres beinhaltet, möchte ich Sie über Folgendes informieren und um Aufklärung bitten.

 

Vergangenen Freitag ging ein Anruf bei mir ein, dass entgegen diesem Gesetz, Zuschnitte und Fällungen in der Thiemann-Anlage in Dachau-Ost beobachtet wurden.

 

Heute Nachmittag war ich selbst vor Ort, um mir ein eigenes Bild dessen zu machen.

 

Diese Bilder und meine Fragen dazu, möchte ich auch Ihnen nicht vorenthalten:

Anhand der Sägespäne und der frischen Schnittfläche, wie auch des Anrufes, dürfte dieser Baum am Eingang zur Thiemann-Anlage (Leipziger Straße zwischen Altvaterstraße und Troppauer Straße) in der vergangenen Woche abgesägt worden sein, wie auch die folgenden Fällungen und Zuschnitte.

Ungeachtet dessen, dass mit diesen Arbeiten nach Beginn der Schonzeit ein Gesetz gebrochen wurde, worüber Sie eventuell garnicht informiert waren, bitte ich Sie um Überprüfung dessen und vor allem, warum überhaupt Bäume aus diesem Park entfernt wurden und warum die Zuschnitte wieder dermaßen radikal ausgefallen sind.

Mit dieser Aktion wurden die Nistplatz-Möglichkeiten für Vögel und andere Kleintiere enorm dezimiert, zumal diese Extrem-Zuschnitte nicht nur hier, sondern auch anderenorts praktiziert wurden, wie Sie anhand meiner letzten Beispiel-Bilder ersehen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Sinne und mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ist, den Lebensraum für Vögel, Eichhörnchen & Co. bewusst zu verringern.

Zwei weitere gefällte Bäume, die vermutlich ebenfalls nach dem 1. März abgesägt wurden, entdeckte ich noch an der Mittelschule in Dachau-Ost, deren Entfernung mir auch keinen Sinn machen:

Daher bitte ich Sie um eine verbindliche Aufklärung per Mail und darum, künftig darauf zu achten, dass städtische Abteilungen als gutes Bespiel voran gehen und sich an unsere Gesetze halten, wie in diesem Fall den § 39 des BNatSchG.

Mit freundlichen Grüßen

  1. A.

Gerda A. Stempfl

Die Bürgerinitiative

Rettet die Bäume

Telefonische Antwort von Herrn Simon am 19. März 2014

 

gegen 18 Uhr läutete bei mir das Telefon und am anderen Ende der Leitung meldete sich Herr Simon vom Stadtbauamt.

Da ich zu diesem Zeitpunkt in der Küche das Abendbrot zubereitete, folglich also nicht im Büro vor dem Computer saß, traf er mich etwas unvorbereitet an und ich hatte die besagten Anfragen nicht vorliegen.

Obwohl er mir gleich eingangs eröffnete, dass er nicht länger als 5 Minuten Zeit hat, um mit mir zu sprechen waren es am Ende genau 11 Minuten und 27 Sekunden.

 

Daher möchte ich es ihm auch anrechnen, dass er sich dennoch bereit erklärt hat, Rede und Antwort zu stehen, trotzdem er es nicht als seine Aufgabe ansieht.

 

Meine schriftliche, wie heute auch wiederholte Bitte am Telefon, seine Antworten doch per Mail zu senden, damit ich sie 1:1 auf unsere Homepage setzen kann, lehnte er kategorisch ab.

 

Deshalb werde ich nun dieses Gespräch noch einmal Revue passieren zu lassen und versuchen, nach Möglichkeit alles wieder zu geben, was er mir mitgeteilt hat.

 

Eigentlich ging er nur von einem Baum aus, über dessen Standort er für mich herausfinden wollte, ob er sich auf Privatgrundstück, oder einem städtischen Grundstück befindet und fühlte sich daher von meinen Mails und den vielen gefällten Bäumen etwas überflutet.

 

In diesem Fall konnte ich selbst heraus finden, dass es sich um Bäume auf einem Privatgrundstück handelt. Daher konfrontierte ich ihn mit anderen gefällten Bäumen und bat um Aufklärung.

 

Zu den Bäumen in der Thiemann-Anlage und den beiden Bäumen vor der Mittelschule in Dachau-Ost erklärte er mir, dass teilweise Kronen morsch, sowie Bäume von Pilzen befallen waren und diese aus Sicherheitsgründen weg mussten.

 

Die Bäume, am Stadtbahnhof liegen nicht in seinem Zuständigkeitsbereich, da sie auf einem Grundstück der Bahn standen.

 

Auch die Bäume, die der Stadtbau GmbH unterstehen, liegen nicht in seinem Einflussbereich und er konnte sich daher dazu nicht äussern.

 

Etwas verwundert war ich über seine Aussage, zu den gestutzten und gefällten Bäumen am Amperweg: auch diese haben nichts mit der Stadt Dachau zu tun, sondern gehören dem Freistaat Bayern.

Dem werde ich nachgehen und Auskunft von der zuständigen Stelle einholen, die ich ebenfalls auf unserer Homepage veröffentlichen möchte. Aus Zeitgründen werde ich jedoch frühestens Mitte/Ende Mai dazu kommen und bitte daher um etwas Geduld und Nachsicht.

 

Zu den Bäumen am Ufer der Amper und der Rodung des Schloss-Berges äusserte er sich überhaupt nicht spezifisch. Aufgrund des Zeitdruckes, dem er ausgesetzt war, fehlte mir auch die Möglichkeit nachzuhaken.

 

Etwas eigenartig verlief unser Gespräch über die Bäume, die an der Ludwig-Thoma-Straße, gegenüber des großen Parkplatzes gefällt wurden.

Meine Fragen zu diesen Bäumen konnte er mir zunächst nicht beantworten, weil ich ihm nicht genau sagen konnte, auf welcher Seite meiner Mail sich die Bilder derer befanden. – Wie schon  erwähnt, hatte ich meine Mail weder vorliegen noch aufgrund von Herrn Simons Zeitdruck die Möglichkeit sie kurzfristig heraus zu holen. Da es sich allerdings um eine durchlaufende Mail handelte, hätte sich die Frage nach der Seite erübrigt – es war einfach eine recht lange Seite.

 

Schließlich konnte ich ihm auch ohne die Seitenangabe meiner Mail erklären, welche Bäume ich  meine und er erklärte, all diese großen, dicken und alten Bäume wären von einem Pilz befallen gewesen und deshalb abgesägt worden.

 

Mein Unverständnis dafür deutete er als Misstrauen und wollte eigentlich das Gespräch beenden, indem er mir noch versicherte, dass alle, von der Stadt Dachau durchgeführten Fällungen noch vor dem 28. Februar 2014 statt gefunden haben und Nachpflanzungen getätigt werden. – Wo, wann und wie viele blieb dabei offen.

 

Meinem Einwand, dass die Schnittstellen noch sehr frisch aussahen, als ich sie am 13. März fotografierte, entgegnete er mit einer Art verbalem Achselzucken.

 

Da nach seiner Aussage so viele Bäume in Dachau von einem Pilz befallen sind, stellte ich ihm die Frage, ob er das nicht auch bedenklich findet und man vielleicht etwas an der präventiven Baumpflege ändern sollte.

Er verneinte das und versicherte mir, es würde eine sehr gute Baumpflege in Dachau statt finden.

 

Zu guter Letzt fragte ich ihn noch, ob es eine Möglichkeit gibt, Unterlagen einzusehen, in denen protokolliert ist, welche Bäume aufgrund welcher Krankheiten, wann gefällt wurden.

Das verneinte er ebenfalls und beendete das Gespräch.

Da wir der Ansicht sind, dass die Bäume uns allen gehören

und das Fällen eines jeden Baumes ein Angriff auf unsere Gesundheit ist,

weil die Menge an CO2, die ein gefällter Baum absorbiert hat bevor er gefällt wurde,

dann in unseren Lungen landet,

sind wir an Ihrer Meinung dazu auch zu diesem Fall sehr interessiert

und freuen uns daher auf Ihre Kommentare.

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Da wir keine Kommentare zu unserem Beitrag erhalten haben, sondern nur mehr oder weniger seriöse "Geschäftsleute" diese Option dazu nutzen wollten, um für sich Werbung zu machen - was wir auf keinen Fall zulassen und diese daher auch nicht veröffentlicht haben - entfernten wir auch diese Option.

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